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Wohngemeinschaften- wozu dienen Sie?

Untersuchungen belegen, dass die Zufriedenheit im Alter im hohen Maße mit der Wohnraumzufriedenheit zusammenhängt. Dies trifft auch für Menschen mit Demenzerkrankungen und deren Angehörigen zu.

Wohngemeinschaften bieten den BewohnerInnen die Möglichkeit, ihre bislang gewohnte Lebensausrichtung, die meist einen familiären Charakter hat, beizubehalten. Die familienähnlichen Strukturen bieten gerade Menschen mit Demenz, Sicherheit und Orientierung und somit ein hohes Maß an Lebensqualität. Für die betreuenden Fachdienste ergeben sich kreative Arbeitsmöglichkeiten und dadurch eine hohe Arbeitszufriedenheit. Darüber hinaus bietet diese Form des Wohnens Angehörigen neue Formen der Begleitung und viele Mitsprache- und Gestaltungsmöglichkeiten.

Erfahrungen zeigen, dass z. B. der aktive Einbezug von BewohnerInnen in den Lebensalltag oder die Gestaltung der Räume mit Erinnerungsstücken einen wichtigen Beitrag zum Erhalt vorhandener Fähigkeiten und Ressourcen leisten.

Ambulant betreute Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz – wie ist sie gestaltet?

In einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft leben in der Regel 8-12 Menschen mit Demenz in einer großen Wohnung in familienähnlicher Atmosphäre zusammen. Die Erkrankten können i.d.R. bis an ihr Lebensende in der Wohngemeinschaft bleiben. Die BewohnerInnen mieten die Wohnung gemeinsam an. Jeder erhält für normalerweise seinen Teil einen eigenen Mietvertrag.

Alle MieterInnen haben ein eigenes Zimmer. Die Gemeinschaftsräume wie Wohnküche oder Garten stehen allen zur Verfügung. Der Grundgedanke ist, dass die MieterInnen und deren rechtliche Vertreter selbst verantwortlich den Alltag gestalten. Dazu schließen sie sich zu einem Selbstbestimmungsgremium zusammen, das sich ca. alle zwei Monate trifft.

Dieses Gremium wählt aus Synergieeffekten in der Regel einen ambulante Pflege-/ Betreuungsdienst aus, der rund um die Uhr die Versorgung der MieterInnen übernimmt. Im Vordergrund steht die Gestaltung des gemeinsamen Alltags in der Wohngemeinschaft.
Nach ihren Möglichkeiten beteiligen sich die MieterInnen an Alltagsaktivitäten. So können sie z.B. beim Backen mithelfen oder aber nur zuschauen. Das Gremium entscheidet auch über gemeinsame Aktivitäten, wie Singen, Feiern oder im Garten sitzen, die das Zusammenleben und Wohlbefinden derselben fördern.

Unsere Wohngemeinschaft Edelweiß für Menschen mit Demenz im Münchner Norden

Im Münchner Norden entstand im Januar 2010 unsere ambulant betreute Wohngemeinschaft für 9 demenzkranke Menschen. Sie ist wie oben beschrieben strukturiert. Die Wohngemeinschaft ist eine Initiative der Gemeinnützigen Wohnstätten und Siedlungsgesellschaft mbH (GWG) in Kooperation mit dem Caritas-Zentrum München-Nord. Träger der Wohngemeinschaft ist die GbR "Wohngemeinschaft Edelweiß", die im Angehörigengremium = Selbstbestimmungsgemium repräsentiert wird.

Wer kann in unsere Wohngemeinschaft einziehen?

Unsere Wohngemeinschaft Edelweiß ist für Männer und Frauen ab 60 Jahren, die an einer Demenz erkrankt sind, offen. Die künftigen BewohnerInnen brauchen Angehörige oder gesetzliche BetreuerInnen, die bereit sind, in unserem Angehörigengremium = Selbstbestimmungsgremium mitzuarbeiten und sich ggfs. einmal wöchentlich für 1-2 Stunden an der Betreuung der MieterInnen oder bei der Organisation von Alltagsgegenständen, Festivitäten, Wohnungsausstattung etc. zu beteiligen.